Kommt es durch Schnitt- oder Quetschverletzungen zur Abtrennung von Gliedmaßen, können diese bei richtiger Aufbewahrung im Rahmen der rekonstruktiven Chirurgie angenäht werden. Nach der Ruhigstellung der Schmerzpatienten und einer dauernden Kontrolle von Puls und Atmung ist es ratsam, die abgetrennten Glieder vorsorglich einzusammeln. Diese werden in einer sauberen Folientüte aufbewahrt, die in einer Papiertragetasche in einer kühlenden Umgebung gelagert werden kann. Besteht eine starke Blutung, kann diese durch Abbinden und damit durch Unterbrechen der Blutversorgung zunächst gestillt werden. Grundsätzlich treten durch die Abtrennung von Gliedmaßen insbesondere im Arm sowie Ober- und Unterschenkelbereich massive Blutungen auf, Dies kommt daher, weil große blutführende Gefäße verletzt oder durchtrennt worden sind.
Durch das Anlegen eines Druckverbandes kann diese Maßnahme umgesetzt werden. Zunächst wird auf die offene Wunde eine sterile Wundauflage aufgebracht. Diese wird mit einer dünnen Mullbinde befestigt. Ein neues Verbandpäckchen wird auf dieses Provisorium aufgelegt. Dieses hat den Zweck, ein Druckpolster zu gewährleisten. Mit etwas Nachdruck kann das Verbandpäckchen fest umwickelt werden. Die intakte Gliedmaße sollte dabei noch genügend Blutversorgung erhalten.
Nach dem Einsammeln der abgetrennten Glieder sollten diese nicht gesäubert oder mit Wasser abgespült werden. Am besten ist es, wenn die Folientüte oder eine neue Papiertragetasche keimfrei sind und am oberen Rand umgeschlagen werden können. Dies trägt dazu bei, dass keine weiteren Keime an die verwahrten Gliedmaßen gelangen können. Die Folientüte sollte direkt in Papiertragetaschen eingelegt werden, in der sich eine zweite mit Eis und Wasser gefüllte Folienverpackung befindet. Die abgetrennten Gliedmaßen sollten auf keinen Fall direkt mit dem Eis in Berührung kommen.
Nicht nur große Wunden und lebensbedrohliche Verletzungen am Arbeitsplatz, zu denen abgetrennte Finger- oder Zehenglieder gehören, sondern auch kleine Verletzungen werden mit fachgemäßen Erste Hilfe Maßnahmen versorgt. Papiertragetaschen in unterschiedlichen Größen sind in diesem Zusammenhang hervorragend geeignet, um kleine Gliedmaßen wie abgetrennte Finger ordnungsgemäß und vorsorglich verwahren zu können.
Gerade leichtere Verletzungen können bei einer fehlenden oder unsachgemäßen Versorgung innerhalb der Ersten Hilfe häufig Spätfolgen und Risiken in sich bergen, die nicht unterschätzt werde sollten. Dies bezieht sich insbesondere auf Wundheilungsstörungen und Blutvergiftungen durch eine Unterlassung der Wundabdeckung und der Wundversorgung. Dies kann dazu führen, dass krankmachende Keime in die Wunde eindringen können.