In vielen Arbeitsbereichen können trotz umfangreicher Maßnahmen des Arbeitsschutzes Gefährdungen auftreten, die durch ungünstige Umstände zu Arbeitsunfällen führen. Kommt es zu diesen Ereignissen, dann können die Verletzten in Form der geeigneten sach- und fachgerecht ausgeführten Vorgehensweisen im Rahmen der Ersten Hilfe durch sogenannte Ersthelfer notfallmäßig versorgt und betreut werden. Die entsprechenden Tätigkeiten beziehen sich nicht immer nur auf die unmittelbare Erste Hilfe für den Verletzten selbst, sondern auch auf begleitenden Maßnahmen. Zu diesen gehören insbesondere der reibungslose Informationsfluss und die Bestellung weiterer Helfer. Grundsätzlich treffen die Erstversorger Entscheidungen, die eine Absicherung des Unfallortes, die direkte Versorgung des Verletzten und die telefonische Anforderung ärztlicher Hilfe beinhalten.
Bevor die unmittelbare Leistung der Notfallhilfe am Verletzten erfolgt, ist es immer günstig, sofort nach Erkennen der Situation und des Zustandes des Betroffenen zusätzliche Helfer anzufordern. Dies kann über das Absetzen eines ärztlichen Notrufs erfolgen. Während der entsprechenden Wartezeit auf den Arzt und die Sanitäter erfolgen die gesundheitlichen Versorgungen des Verletzten. Die Vorgehensweise und der Umfang der notfallmäßigen Hilfeleistungen werden in Abhängigkeit von der Art und dem Ausmaß der Verletzungen sowie der Ursachen vorgenommen.
Günstig ist es in diesem Zusammenhang, nicht nur entsprechenden fachlichen Kenntnisse, sondern auch das medizinisch notwendige Material für eine Erste Hilfe Versorgung zu lagern. Neben dem klassischen Verbandskasten gehören auch Wegewerfhandschuhe, Papiertragetaschen und weitere Hilfsmittel zur Ausrüstung.

Erste Hilfe bei abgetrennten Gliedmaßen

Kommt es durch Schnitt- oder Quetschverletzungen zur Abtrennung von Gliedmaßen, können diese bei richtiger Aufbewahrung im Rahmen der rekonstruktiven Chirurgie angenäht werden. Nach der Ruhigstellung der Schmerzpatienten und einer dauernden Kontrolle von Puls und Atmung ist es ratsam, die abgetrennten Glieder vorsorglich einzusammeln. Diese werden in einer sauberen Folientüte aufbewahrt, die in einer Papiertragetasche in einer kühlenden Umgebung gelagert werden kann. Besteht eine starke Blutung, kann diese durch Abbinden und damit durch Unterbrechen der Blutversorgung zunächst gestillt werden. Grundsätzlich treten durch die Abtrennung von Gliedmaßen insbesondere im Arm sowie Ober- und Unterschenkelbereich massive Blutungen auf, Dies kommt daher, weil große blutführende Gefäße verletzt oder durchtrennt worden sind.
Durch das Anlegen eines Druckverbandes kann diese Maßnahme umgesetzt werden. Zunächst wird auf die offene Wunde eine sterile Wundauflage aufgebracht. Diese wird mit einer dünnen Mullbinde befestigt. Ein neues Verbandpäckchen wird auf dieses Provisorium aufgelegt. Dieses hat den Zweck, ein Druckpolster zu gewährleisten. Mit etwas Nachdruck kann das Verbandpäckchen fest umwickelt werden. Die intakte Gliedmaße sollte dabei noch genügend Blutversorgung erhalten.

Richtige Aufbewahrung abgetrennter Gliedmaßen

Nach dem Einsammeln der abgetrennten Glieder sollten diese nicht gesäubert oder mit Wasser abgespült werden. Am besten ist es, wenn die Folientüte oder eine neue Papiertragetasche keimfrei sind und am oberen Rand umgeschlagen werden können. Dies trägt dazu bei, dass keine weiteren Keime an die verwahrten Gliedmaßen gelangen können. Die Folientüte sollte direkt in Papiertragetaschen eingelegt werden, in der sich eine zweite mit Eis und Wasser gefüllte Folienverpackung befindet. Die abgetrennten Gliedmaßen sollten auf keinen Fall direkt mit dem Eis in Berührung kommen.

Kleine Verletzungen am Arbeitsplatz

Nicht nur große Wunden und lebensbedrohliche Verletzungen am Arbeitsplatz, zu denen abgetrennte Finger- oder Zehenglieder gehören, sondern auch kleine Verletzungen werden mit fachgemäßen Erste Hilfe Maßnahmen versorgt. Papiertragetaschen in unterschiedlichen Größen sind in diesem Zusammenhang hervorragend geeignet, um kleine Gliedmaßen wie abgetrennte Finger ordnungsgemäß und vorsorglich verwahren zu können. Jedoch sollte man gerade bei abgetrennten Gliedmaßen darauf achten, dass man die abgetrennten Körperteile so steril wie möglich verwahrt. Ebenso sollte man eine gewisse Karenzzeit einhalten, um die Gliedmaßen noch retten zu können.
Gerade leichtere Verletzungen können bei einer fehlenden oder unsachgemäßen Versorgung innerhalb der Ersten Hilfe häufig Spätfolgen und Risiken in sich bergen, die nicht unterschätzt werde sollten. Dies bezieht sich insbesondere auf Wundheilungsstörungen und Blutvergiftungen durch eine Unterlassung der Wundabdeckung und der Wundversorgung. Dies kann dazu führen, dass krankmachende Keime in die Wunde eindringen können.